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Empathie & Einfühlungsvermögen

Man kann sich dem Eindruck nicht verwehren, dass Empathie und Einfühlungsvermögen in der Gesellschaft immer weniger vorhanden zu sein scheinen. Überall herrscht ein rauerer Ton, gereizte Stimmung Aggressivität, Genervtheit. Ich bin dem ganzen auf den Grund gegangen und habe etwas genauer hingeschaut.

Allein wenn man in der Stadt unterwegs ist, spürt man schnell diese gereizte und teilweise auch Aggressive bei den Menschen. Doch gleichzeitig spüre ich da aber auch eine unzufriedenheit dahinter, die zu einem genervt sein führt, in dem man leicht reizbar und die Zündschnur recht kurz ist. Ich habe mich gefragt, woher das kommt und was es damit auf sich hat. Wenn ich dabei den Menschen in die Augen geschaut habe, hatte ich zum Teil das Gefühl, dass es für viele einfach der Stress des Alltags ist der dafür sorgt dass man immer weniger Zeit für sich und seine liebsten hat. Dass man sich – beruflich wie privat – immer weniger gesehen und gehört fühlt. Es fehlt an Aufmerksamkeit, an Wertschätzung, der Offenheit und den Gegenüber so zu akzeptieren wie er oder sie ist. Ich glaube ausmachen zu können, dass das viele Gründe sind die dazu führen, dass auch in der gesellschaftlichen Debatte und in der Art und Weise wie wir diese führen, die Fronten so verhärtet sind.

Ich habe das Gefühl, du verstehst mich nicht oder du hörst mir gar nicht zu. Also muss ich meinen Standpunkt noch deutlicher, vehementer, radikaler formulieren und ausdrücken um zu zeigen, was ich meine und was in mir vorgeht, um deine Aufmerksamkeit zu bekommen. -Das scheint so der Ton zu sein, der in vielem mitschwingt und durch kommt. In einer hektischen und lauten Welt hören wir immer weniger einander zu. Immer mehr sind wir mit uns selbst beschäftigt oder schauen auf das Display unseres iPhones auf auf den Bildschirm unseres Notebooks anstatt uns mit unserem Gegenüber auf der anderen Seite des Tisches zu beschäftigen.

Wir sollten uns unbedingt wieder mehr Zeit füreinander nehmen, uns aktiv zuhören und miteinander reden. Die Gemeinsamkeiten suchen und finden, anstatt nur auf das zu schauen, was uns trennt. Es gibt viele Dinge die uns trennen, aber es gibt mindestens genauso vieles, das uns verbindet und stark macht – wenn wir es nur zulassen. Dafür müssen wir uns auf Augenhöhe und mit Empathie begegnen. In einer Diskussion habe ich persönlich immer die Devise mit der Haltung einzusteigen, mein Gegenüber könnte ja womöglich auch recht haben. Das heißt, ich habe akzeptiert dass ich – so überzeugt ich von meiner Position vielleicht bin – trotzdem falsch liegen könnte. Allein die Option, auch falsch liegen zu können, bringt unglaublich viel Bewegung in eine Debatte. Und natürlich ist es unbequem, sich auch selbst kritisch zu hinterfragen. Aber es tut auch nicht weh. Vielmehr erweitert es den eigenen Horizont und bringt auch Verständnis für die Argumentation und die Denkweise der anderen Person mit sich. Jeder hat seinen Weg, der dazu geführt hat, dass er oder sie die jeweilige Position vertritt. Im Austausch mit anderen kann man immer wieder überprüfen, ob man damit richtig liegt oder nicht. Und in etwas falsch zu liegen ist keine Niederlage. Erst recht nicht, wenn man es sich ganz offen eingesteht, dass man falsch lag. Es ist vielmehr eine Stärke. Ich glaube es war Albert Einstein der sinngemäß gesagt hat, dass nur ein Idiot auf seinem Standpunkt beharrt (wenn er merkt, dass er eigentlich falsch damit liegt).

Die Tatsache, dass häufig auch so aggressiv reagiert wird in der Gesellschaft, ist auch ein Ausdruck dessen, wie emotional wir häufig reagieren. Wenn man die Reaktionen von außen betrachtet, denkt man häufig „oh mein Gott, warum ist der so aggressiv – bleib doch mal ruhig!“. Dann ist das ein Ausdruck dessen, dass sich diese Person durch ihre Emotionen leiten lässt und nicht rational handelt. Das ist häufig schon aus einem Affekt heraus, wenn einem etwas nicht passt sofort mit einer Emotion zu reagieren. Dabei ist uns häufig gar nicht bewusst, wie unsere Ausstrahlung ist und wie wir damit in unserem Umfeld ankommen. Manche sind dann sogar so sehr in ihrem Element, dass es ihnen sogar egal ist, wie sie in ihrem Umfeld ankommen, weil sie einfach ihrer Wut Luft verschaffen und sie raus lassen müssen. Dabei ist diesen Menschen in aller Regel gar nicht klar, dass sie weniger ihrer Umwelt sondern vor allem sich selbst schaden. Denn dieses Verhalten zeigt, dass sie es nicht gelernt oder vielleicht auch verlernt haben, sich und ihre Gefühle zu regulieren und auf diesem Weg zu kontrollieren. Und dadurch kommt ein solches Verhalten zum Vorschein.

Wenn wir jedoch einen Moment inne halten, wenn uns etwas ärgert, und kurz durchatmen und die Zeit nutzen die heiße Luft rauszunehmen, dann können wir viele „Probleme“ ganz einfach lösen und wir sind hinterher viel entspannter, als wenn wir ohne diesen Zwischenschritt das Gegenüber total nieder gemacht hätten und demzufolge uns auch noch mit dessen Reaktion herumschlagen müssen, die im schlimmsten Fall genauso emotional ist wie das eigene Verhalten. Ja, das ist einfacher gesagt als getan. Wenn wir uns jedoch regelmäßig darin üben, uns selbst zu reflektieren und wahrzunehmen, wie wir auf andere wirken und – noch wichtiger – was in solchen Situationen konkret in uns vorgeht, dann können wir auch viel gezielter und somit auch positiver damit umgehen. Ich persönlich habe für mich bisher nur positive Erfahrungen auf diesem Weg gemacht! Und wenn mal gar nichts geholfen hat wusste ich, dass ich für mich das bestmögliche gemacht habe, um eine solche Situation zu entschärfen und nicht noch weiter zu eskalieren.

Published inAllgemein

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